Behandlung der Platane

Seit ich 2007 einen Platanen-Baumholz Bestand in Karlsruhe gesehen hatte pflanze ich vor dem Hintergrund des Klimawandels immer wieder Platanen in meine Kulturen. Zu den örtlichen Rahmenbedingungen: ich habe ein Revier im Bodenseekreis mit Schwerpunkt bei 400 -500 m Meereshöhe. Die Standorte sind sehr gut nährstoffversorgte Grundmoräneböden mit einem hohen Tongehalt und – außer im Sommer – einer guten Wasserversorgung. Ich habe die Platanen einzeln bis kleinflächig auf fast allen Standorten mit folgenden Erfahrungen eingebracht:

Pflanzung:

  • Die Platane hat selbst in einem vertrockneten Frühjahr ein hohes Anwuchsprozent.
  • Sie wächst im ersten Jahr bei guten Bedingungen 50 -100 cm
  • Sie reagiert positiv auf Anwuchshilfen

Kultur:

  • Ich habe keine Fege- oder Verbissschäden beobachtet
  • Sie ist selten etwas spätfrostgefährdet, erholt sich aber erstaunlich gut
  • Durch ihr schnelles Wachstum ist sie sofort aus den Brombeeren raus

Jungbestand:

  • Die Platane mag keinen Seitendruck
  • Sie ist sehr phototrop
  • Sie zeigt in Einzelmischung ein Verhalten ähnlich wie Hybrid-Pappeln
  • Sie muss geästet werden
  • Es kommt selten zu einzelnen Kronenbrüchen

Baumholz:

Ein Nachbarbetrieb hat eine Versuchsfläche mit Platanen BHD ca. 30 cm. Sie wurden lange dicht gehalten und konnten so ihre Wuchsleistung nicht so ausschöpfen. Sie haben einen ähnliche Dimension und Formigkeit wie die daneben stehenden Bergahorn.

Altholz:

Der Bestand in Karlsruhe hatte im Alter 60 eine ähnlich Dimension wie bei mir Buchen im Alter 100.

Mein Fazit:

Für mich ist sie durch ihre Wärmeverträglichkeit und ihre Holzeigenschaften einer meiner Sicherungsanker in der laufenden Erwärmung. Durch ihre Vitalität ermöglicht die Einbringung in Einzelmischung eine langfristige Möglichkeit des Umsteuerns. In einem Biergarten meiner Heimatstadt stehen durchgewachsene Platanen mit einer Oberhöhe von ca 35 m und BHDs von weit über 2 m. Das lässt mich ahnen, zu was diese Baumart fähig ist. Natürlich gibt es mehrere Pilz-Risiken, aber es gibt leider nichts ohne Risiko,  und durch die Einzelmischung  finde ich diese Risiken überschaubar. (Wer hätte vor 20 Jahren an Eschentriebsterben gedacht?)

Martin Roth

P.S.: Wie sind die Erfahrungen anderer Kolleginnen und Kollegen?

Platane im aus der Frühjahrspflanzung 2021 im Sommer 2022

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